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Fazit aus der Fotoaktion im Herbst 2007:

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    Das Phänomen lässt sich ca. 2-3 Wochen beobachten, an einzelnen "Götterhandobjekten" unter bestimmten Voraussetzungen sogar über 5 Wochen.
     
  • Der Hauptbeobachtungszeitraum liegt zwischen dem 20.09. – 10.10. jeweils von 8.00 bis 8.40 Uhr. Die Beobachtungszeit kann an manchem Objekt auch länger sein.
     
  • Das Wetter spielt für die Beobachtung eine entscheidende Rolle. Trotz der relativ hohen Zahl an Tagen, die für die Beobachtung zur Verfügung stehen, ist es, bedingt durch das unbeständige Herbstwetter, praktisch nur an wenigen Tagen möglich, die Morgensonne zu sehen.
     
    Daraus schlussfolgern wir, dass eine Nutzung des Phänomens als Kalender überhaupt nur durchführbar ist, wenn die Sonne an der betreffenden Position über mehrere Tage beobachtbar ist.
  • Der spekulative Wohnplatz möglicher Nutzer muss sich in der Nähe des jeweiligen Götterhandobjektes befunden haben. Wenn die Sonne am Morgen in Erscheinung tritt, muss man schnell vor Ort sein können, um sie zu sehen.
     
  • Stünde für die Beobachtung nur ein einzelner bestimmter Tag im Jahr zur Verfügung, wäre die Wahrscheinlichkeit, die Sonne an der richtigen Position zu Gesicht zu bekommen aufgrund der Wetterabhängigkeit extrem gering. 
     
    Eine überregional einheitliche Kalenderfunktion zur taggenauen Bestimmung von Fest- und Versammlungstagen scheint daher ausschließlich durch Sonnenbeobachtung nur eingeschränkt möglich zu sein. Auch die vorhandenen Visiersteine können wegen der sehr langsamen Bewegung der Sonne entlang des Horizontes nur als grobe Richtmarke angesehen werden, welche das Erkennen und Abwägen, ob die Sonne einen bestimmten Himmelspunkt bereits erreicht oder passiert hat, zwar erleichtern aber dennoch nur annähernd bestimmbar machen.
     
    Vorstellbar wäre zum Beispiel eine Verfahrensweise, wonach Versammlungs- und Festtage an den ersten Tagen schönen Wetters abgehalten würden, nachdem die Sonne einen bestimmten Himmelssektors eindeutig erreicht oder überschritten hat.
    Man darf gewiss unterstellen, dass Niemandem der Sinn danach stand, der Sonne Opfer darzubringen, wenn es wie aus Kannen goss.
    Oder man beobachtete bei Erscheinen der Sonne im Sichtloch den Mond
    und verabredete sich dann für den ersten Voll- oder zunehmenden Mond  (siehe Himmelsscheibe Nebra).
    Der Umgang mit den steinernen Kalendern des Götterhandphänomens dürfte daher relativ grob gehandhabt worden sein. Wusste man erst einmal, worauf bei der Beobachtung an den Phänomenen zu achten war, reichte dort gewiss ein Blick in den Morgenhimmel, um die Sonnenposition richtig einzuschätzen und unter Berücksichtigung der zu erwartenden Witterung während der kommenden Tage die Feierlichkeiten einzuberufen oder einfach nur zu wissen, dass ein neuer Jahresabschnitt begonnen hatte.
     
  • Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sich mit den Visiersteinen und der Beobachtung der Sonne an den "Götterhandphänomenen" vergleichsweise so verhält, wie mit Händen am Fahrradlenker. Hat man erst einmal eine gewisse Übung, beherrscht man auch das freihändige Fahren.
     
    Die für das menschliche Auge gefährliche Intensität der Sonnenstrahlen hat sich nicht wie erwartet als problematisch erwiesen. Ein kurzer Blick reicht aus, um den Stand der Sonne zu erfassen.
    Auch Laub und Äste der Bäume machen eine Beobachtung nicht in jedem Fall unmöglich. Im Gegenteil, mitunter entlasten sie sogar das Auge. Das Gleiche gilt für Nebel, Qualm und leichte Bewölkung.
     
    Die Objekte befinden sich häufig in weniger als einem Tagesmarsch Entfernung zueinander, weshalb ein pilgern zu verschiedenen Objekten während eines Sonnenereignisses als wahrscheinlich angesehen werden kann.

    Eine gewisse Erfahrung voraussetzend, scheint eine grobe zeitliche Orientierung mit Hilfe der Phänomene ganz allgemein über das ganz Jahr möglich zu sein.
     
    Das Spiel von Licht und Schatten übt einen großen Reiz aus. Jedes Kind weiß, wie eine Hand ins Licht gehalten werden muss, dass ihr Schatten wie ein bellender Hund aussieht. Ein Spiel, das schon in frühester Zeit bekannt gewesen sein dürfte. Das Sonnenlicht, welches durch ein Felsloch fällt und im Morgendunst wie ein "Lichtschwert" in den Waldboden sticht, dürfte daher kaum unbemerkt geblieben sein. 
     
    Die Betätigung als "Sonnenjäger" macht ungeheuren Spaß mit hohem Suchtfaktor und es entstehen einmalige und wunderbar "mystische" Bilder. Man gewinnt mitunter das Gefühl, die Sonne im Felsen bannen zu können und körperlich greifbar zu machen.
     
  • Auch wenn man berücksichtigt, dass die Sonne erst durch die Optik der Kamera besonders effektvoll in Szene gesetzt wird, bleibt ihr Erscheinen an den Götterhandphänomenen auch beim Betrachten mit bloßem Auge ein sehr beeindruckendes Naturschauspiel. So eindrucksvoll, dass es absolut unrealistisch erscheint, dass nie ein Mensch zuvor es bemerkt haben soll.
     
  • Sollten in den Bergen der Oberlausitz in der Vorzeit Menschen gelebt haben, die Beobachtungen der Sonne zur Bestimmung des Jahresablauf nutzten, dann ist das von uns fotografierte Phänomen mit Sicherheit der Schlüssel.

 

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