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Löcher im Stein -
Auswitterungen, Opferschalen, Pfostenlöcher, Getreidemörser?

 

Drusenlöcher

Teufelsfuß

In diesen markanten Löchern kann man noch Reste von Gesteinseinschlüssen erkennen, was die Entstehung zweifelsfrei als natürlich auszuweisen scheint. Freilich könnte auch ein Mensch die Gesteinseinschlüsse aus dem Granit geschlagen haben. Möglicherweise, um darin enthaltene wertvolle Minerale oder Erze zu gewinnen.

Die ungewöhnliche Form dieses Loches gleicht einem Bügeleisen und macht die Deutung einer natürlichen Entstehung schwierig.  Offenbar war das auch der Grund, weshalb dieses Loch im Volksmund  Teufelsfuß genannt wird.

Herzlose Base Wupke

Opferstein

Die herzlose Base Wupke wurde zu Stein weil sie die Kinder ihrer verstorbenen Schwester bis aufs Blut schikanierte. 
Da sie herzlos war, fehlt ein herzförmiges Stück in ihren versteinerten Überresten.

Eine Opferschale an einer vermuteten Kultstätte.
Häufig werden solche Wasserreservoire von Vögeln als Tränke genutzt. 

Vendedigerschüssel

Orakelfelsen

Eine der sogenannten Venedigerschüsseln, in welchen die sagenhaften Walen, bergbaukundige Italiener aus Venedig, angeblich erzhaltiges Gestein zerkleinerten und Gold und Edelsteine wuschen. 

Dieser Felsen soll in alten Zeiten den Germanen und Sorben als Orakel und Fragestein gedient haben. In das ca. 40 cm große Auswitterungsloch in 6 Meter Höhe hat man auf einem Holzgerüst stehend angeblich Fragen geflüstert, deren Antworten sich später in Träumen offenbarten.  
Andere vermuten, dass es sich um das Balkenloch  des Daches eines Tempels oder einer Kapelle handelt.
Eine Legende will wissen, dass es gar ein  Fenster in die Hölle ist und Kinder werfen noch heute Steine in das "Teufelsfenster" um den Teufel zu ärgern.
Leider wird durch diese Unsitte die sehenswerte Auswitterung allmählich zerstört.

Herkulesferse

Dreisesselstein

Die Ferse des Herkules entstand, laut einer Erzählung,   während eines Wettkampfes in dem Herkules von Athen bis in die Oberlausitz sprang und hier auf diesen Stein landete.

Dreisesselstein nennt man diesen Stein mit drei ca. 70 cm großen Löchern. Es handelt sich dabei der Sage nach um den Lieblingsplatz dreier Nixen, die hier auszuruhen pflegten wenn sie am Abend vom Tanz nach Hause gingen. Einmal kamen sie allerdings zu spät nach Hause und wurden aus Zorn darüber von ihrem Vater erschlagen.
Die Konstellation dieser drei Löcher könnte auch auf eine vorzeitliche dreifache Nutzung deuten: oben Pfostenloch, links Getreidereibe und rechts Opferschale.  

 

Ist es überhaupt möglich in Granit, der landläufig als besonders hart gilt, mit steinzeitlichen Mitteln Löcher zu treiben? Die Härte des Granit ist sprichwörtlich, so nennt man die Einwohner unserer Gegend wegen ihrer teilweise absolut unnachgiebigen Starrköpfigkeit bekanntlich auch "Granitschädel".
Ein Steinmetz versicherte mir allerdings, dass Granit in der Steinbranche im Gegenteil eher als weicher und vergleichsweise leicht bearbeitbarer Stein gilt. Es gäbe bedeutend härtere Steine, wie zum Beispiel Basalt oder Quarz. Und mit solchen härteren Steinen könne man, Kraft und Ausdauer vorausgesetzt, durchaus Löcher in Granit schlagen.
Wir haben es getestet:

Steinloch

Steinloch

Der Versuch mit einem Basaltstein ein Loch in einen Granitstein zu schlagen, brachte innerhalb von
nicht einmal 10 Minuten immerhin ein 2 cm tiefes Loch mit einem Durchmesser von 6 cm. 

Opferbecken

Theoretisch hätte demnach ein einzelner Mann nur unter Zuhilfenahme von Steinzeitwerkzeug selbst für ein Loch, 
wie das sagenhafte, große Opferbecken auf dem Czorneboh, bestenfalls ein paar Wochen benötigt.


Zusammenfassung:
Es ist nicht zu bestreiten, dass die überwiegende Anzahl aller Löcher im Granit unserer Gegend auf natürliche Weise entstanden sein dürfte.
Aber es kann ebenso nicht ausgeschlossen werden, dass solche natürlichen Löcher vom Menschen im Verlauf seiner langen Entwicklungsgeschichte auf unterschiedliche Weise genutzt wurden. So zum Beispiel als Getreidemörser, Opferschalen oder Pfostenlöcher für Stützpfosten von Wohnhütten; und dass diese Verwendung dazu anregte, natürliche Löcher wegen ihres vielseitigen praktischen Nutzens künstlich nachzugestalten.

 

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