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Fazit aus der Fotoaktion zur
Wintersonnenwende 2007:

 
Es war ein sehr emotionales Erlebnis. Man könnte es fast berauschend nennen. Die Sonne berührt am Tag der Wintersonnenwende nicht nur augenscheinlich die Erde, sie berührt einen selbst.
Die Götterhandobjekte funktionieren genau so, wie es Hollywood schon immer wusste und von 
Mackenna's Gold bis Indiana Jones schon zig mal verfilmt wurde. Malerischer und klischeehafter lässt es sich kaum in Szene setzen.
Und man fragt sich, wie konnte dieses einzigartige Naturschauspiel einfach so vergessen werden und wieso brauchte es Tausende Jahre, um es hier wieder zu finden?


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Trotz des Umstandes, dass die Sonne heute vermutlich ca. 2° höher steht als bei der Einrichtung der "Götterhandphänomene", ließ sich die Wintersonnenwende gut beobachten. 

Jedoch an den Objekten, die kein Sichtloch besitzen erscheint die Sonne durch die Winkelabweichung in nicht sofort augenfällig eindeutiger Position, sie schwebt ein Stück über der Peillinie, worin der Hauptgrund liegen dürfte, weshalb das Götterhandphänomen so lange Zeit nicht entdeckt wurde. Der heutige Beobachter sieht die Sonne einfach nicht mehr in der optimalen Position.

Dennoch kann gesagt werden, die Sonne war an allen Objekten in der vorhergesagten Art und Weise zu sehen. Womit die Beobachtbarkeit sowohl der Frühlings-/Herbstposition und der Wintersonnenwende bewiesen sein dürfte.

Eine präzise, minuten- oder auch nur stundengenaue Ausrichtung aller Objekte auf ein und den selben Zeitpunkt gibt es nicht. Die Objekte variieren zwischen Zeiten von 11-14.30 Uhr an denen die Sonne in der jeweiligen Position in Erscheinung tritt. In den vorhandenen Sichtlöchern kann sie je nach Öffnungsgröße zwischen 5 Minuten bis 3 Stunden beobachtet werden.
Mit einem gut durchdachten Fahrplan und einem Geländefahrzeug ist es daher möglich an einem Tag mehr als drei Objekte anzusteuern und die Sonne am jeweiligen Ereignispunkt zu beobachten.
Den Schöpfern der Beobachtungsphänomene ging es offenbar nur darum den Fakt des niedrigsten Sonnenstandes im Jahr zu erkennen.

Das Wetter spielt auch für die Beobachtung der Wintersonnenwende eine entscheidende Rolle.
Wir hatten jedoch Glück! Die Sonne zeigte sich zur Wintersonnenwende 2007 an unerwartet vielen Tagen.

Das Phänomen lässt sich geschätzte 2-3 Wochen beobachten. An "Götterhandobjekten" mit Sichtlöchern ohne Visier-/Peilstein oder Lichtmarke auch länger.

An dem Objekt "Kuckuckstein" sollte der Beweis der Sonnenbeobachtungstheorie nach dem "Götterhandschema" am ehesten möglich sein. Das Ereignis der Wintersonnenwende setzt an dem Objekt 13.45 Uhr ein. Es tritt sehr eindrucksvoll in Erscheinung.
Eine menschliche Manipulation des Felsens liegt in Form eines künstlich platzierten Steinkeils zur Öffnung des Sichtfensters zweifelsfrei vor. Für die Platzierung des Steinkeils musste eine ca. 1 Tonne schwere Steinplatte einseitig angehoben werden.
Eine funktionstüchtige Lichtmarke in Form eines länglichen Steines ist ebenfalls vorhanden.
Das Licht trifft auf die Marke in dem Moment, wenn es zur Wintersonnenwende durch das Sichtfenster fällt. Durch die Länge und Begrenztheit des  Beobachtungskanals des Sichtfensters wird jedoch auch ohne einen Markenstein der Blick klar auf die Wintersonnenwende fokussiert. 
Das Ereignis dürfte geschätzte 2-3 Wochen zu beobachten sein. 
Im Gebiet des Felsens wurden archäologischer Fundstücke verschiedener Epochen gesichert. Die Adlerkopfähnliche Form des Felsens, das fast perfektquadratische Postament, das dreieckige Kopfstück mit dem weit vorspringenden Schnabel, die ebenmäßige geradflächige Wand in Blickrichtung zur Sonne und die fragile Bauweise lassen eine Entstehung ausschließlich durch geologische Gewaltkräfte oder zermürbende Erosionsflüsse nicht realistisch erscheinen.

Der spekulative Wohnplatz möglicher Nutzer muss sich in der Nähe des jeweiligen Götterhandobjektes befunden haben. Wenn die Sonne in Erscheinung tritt, muss man schnell vor Ort sein können, um sie zu sehen. Weite Wege waren im Winter zudem nur sehr beschwerlich zurück zu legen.
 
Eine überregional einheitliche Kalenderfunktion zur taggenauen Bestimmung von Fest- und Versammlungstagen scheint wiederum nur eingeschränkt möglich zu sein. (siehe Fazit zur Fotoaktion Herbstanfang 2007)


Die für das menschliche Auge gefährliche Intensität der Sonnenstrahlen hat sich wiederum nicht als problematisch erwiesen. Schnee und raureifbehangene Äste bildeten zudem eine sehr eindrucksvolle Kulisse.

Das teilweise Fehlen von Markensteinen lässt sich dadurch erklären, dass man vermutlich einfach nur Steine oder Äste an den Punkt legte, wo das Licht aus einem Sichtloch oder der Schatten eines Felsens den Erdboden berührte. Musste der Stein oder Ast eines Tags nicht mehr weiter bewegt werden, hatte die Sonne ihren Wendepunkt erreicht.
 
In Zeiten als es weder TV, Radio noch Printmedien gab, besaßen Feste im Zusammenhang mit Sonnenereignissen wohl den höchsten Schauwert. Im Spiel mit Licht und Schatten lassen sich Sonnenereignisse einzigartig in Szene setzen. Vor allem das Zusammenspiel der tiefstehenden Sonne mit dem Winterkleid der Wälder ist sehr Reizvoll und auch heute noch eine begeisterndes Erlebnis. Lediglich längeres Warten wird durch Kälte und Wind mitunter unangenehm, weshalb weite Wanderungen zu anderen Objekten hier eher wenig praktisch erscheinen.

Die Objekte "Steinzeitkino", "Himmelsspitze", "Giersteine", "Alter Burgkalender" und "Odins Zeigefinger"  konnten wir aus zeitlichen Gründen leider nicht aufsuchen.

Am frühesten (gegen 11.00 Uhr) ließ sich die Sonne an den Objekten
"Thors Amboss" und "Teufelstisch" beobachten.

Am spätesten (gegen 13.15-14.20 Uhr) zeigte sich dei Sonne an den Objekten
"Geldkeller", "Kuckuckstein" (Kuckuckstein) und "Thors Hammer" 

Am Objekt "Teufelsobservatorium" wurde keine Beobachtungsmöglichkeit der Wintersonnenwende gefunden. Ein  dafür augenscheinlich geeignetes Sichtloch ist beim Bau des Aussichtsturmes verschüttet worden. Könnte jedoch von einem Mann mit Spaten in kurzer Zeit wieder freigelegt werde.

Am Objekt "Alte Sternwarte" wurde der auf die Wintersonnenwende ausgerichtete Visier-/Peilstein offenbar bei Forstarbeiten umgeworfen. Der Stein sollte sich mit einem Hebel und 8 starken Armen problemlos aufrichten lassen.

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Das Sonnenlicht in den Felsen ist so überaus greifbar, die Beobachtungsmerkmale so optimal und funktionell, das Ereignis so faszinierend und der Anblick so wunderwunderschön! 
Alles scheint plötzlich simpel und einleuchtend.
 

 

 

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